Ucluelet och Tofino Världens ändeUcluelet 和 Tofino 世界的尽头Ucluelet y Tofino El fin del mundoUcluelet e Tofino La fine del mondoUcluelet και Tofino Το τέλος του κόσμουUcluelet og Tofino Verdens Ende

Ucluelet und Tofino: Das Ende der Welt

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Ucluelet und Tofino auf Vancouver Island, British Columbia, Kanada
Pazifischer Ozean

Nach unserer Ankunft auf Vancouver Island – mit der Fähre von Horseshoe Bay nach Nanaimo – und mit einem Tag Vorsprung auf unseren nächsten Termin, fahren wir direkt nach Tofino, einer kleinen Hafenstadt etwa 40 km nördlich von Ucluelet. Die Fahrt quer über die Insel dauert länger als erwartet, da die Straße sehr kurvenreich und uneben ist. Tofino ist eine Sackgasse; danach kommen nur noch der riesige Pazifische Ozean und irgendwo in weiter Ferne China. Die Straße führt uns durch einen beeindruckenden, jahrhundertealten Nadelwald, der hier liebevoll als "Regenwald" bezeichnet wird.

Cathedral Grove Wald

MacMillan Provincial Park (Cathedral Grove)
Dieser wunderschöne kleine Wald liegt im Zentrum von Vancouver Island, genau zwischen Parksville und Port Alberni. Der MacMillan Park wurde 1947 gegründet und ist eines der letzten Überbleibsel des gemäßigten Regenwaldes, der vor über tausend Jahren noch die gesamte Insel bedeckte. Die ältesten Douglasien hier haben ein stolzes Alter von 500 Jahren erreicht.

Ein Stück weiter in Richtung Port Alberni entdecken wir ein altes Sägewerk mitten im Wald, das heutzutage nur noch in langsamem Tempo betrieben wird. Eine Wassermühle treibt die historischen Maschinen an, und in den hölzernen Kanälen daneben kann man beobachten, wie große Lachse unermüdlich den Strom hinaufziehen. Es folgen Seen, dann tiefe Fjorde und schließlich das Meer und die endlose Weite der offenen See.

Hier in Tofino sind wir auf einen Deutschen gestoßen, der sein Hotel-Restaurant ganz alleine betreibt. Die Einrichtung ist etwas kitschig, und traditionelle Country-Musik durchflutet den Raum. "Magst du das? Das ist gute Musik", ruft er uns entgegen. Der Rhythmus dieser Musik und sein starker Akzent erinnern uns unweigerlich an einen Bierwalzer in München. Nach einer Portion Fish and Chips und einem Glas Rotwein sind wir satt. Er ist ein echtes Original, der sein Heimatland offenbar nicht vermisst und sein Geschäft ganz auf seine eigene, unkonventionelle Weise führt – auch wenn das nicht jedermanns Geschmack ist. Das Zimmer ist sauber, schlicht und preiswert. Das Frühstück, das laut Schild zwischen 8 und 11 Uhr stattfinden sollte, gibt es jedoch nicht mehr. "Geschlossen! Geöffnet um 2 Uhr!", teilt uns der Gastwirt mit seinem unverkennbaren deutschen Akzent mit, den er auch nach 40 Jahren in Kanada noch nicht abgelegt hat.

Hafen von Tofino

Am Hafen der kleinen Stadt treffen Indianer und Aussteiger ein, die auf den kleinen, vorgelagerten Inseln leben, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen. Etwas Treibstoff für die Boote, Lebensmittel für die Menschen – und schon verschwinden sie mit lautem Motorengeräusch wieder am Horizont. Überall schwirren auch kleine Wasserflugzeuge umher, die mit unglaublicher Leichtigkeit nahezu überall landen können.

Jeder hier ist freundlich, die Menschen sind herrlich unkompliziert. Zwei junge Männer, die gerade den Motor ihres kleinen Bootes reparieren, sind ganz in ihrem Element. Ihr kleiner Mischlingshund fühlt sich ebenso sichtlich wohl und springt fröhlich vom Steg auf das Boot und wieder zurück.

Aussichtspunkt im Regenwald

Ein kleines Schild auf der rechten Seite der Straße nach Ucluelet weist uns den Weg zu einem Aussichtspunkt auf den Ozean, der mitten durch den "Regenwald" – diesen feuchten Dschungel mit seinen massiven Baumstämmen – führt. Der Wald erstreckt sich noch etwa 2 km, bevor er abrupt auf das Meer trifft.

Zwei entschlossene Wanderer mit robusten Wanderschuhen und kleinen Rucksäcken biegen auf einen schmalen Pfad ab, der tief in diesen unberührten Wald führt. Wir nutzen die Gelegenheit und folgen ihnen mit etwas Abstand. Der Weg wird schnell beschwerlich: Es geht steil bergab, er ist stark mit Wurzeln überwuchert und an vielen Stellen schlammig. Solche Pfade habe ich bisher nur auf der Insel La Réunion erlebt. Ein ständiges Auf und Ab, bei dem man genau aufpassen muss, wo man hintritt. Das Anstrengendste daran ist, ständig das Gleichgewicht zu halten und das Tempo anzupassen. Der Wald ist absolut unberührt; glücklicherweise ist der Weg gut markiert, und es regnet gerade nicht. Nach diesem kleinen Hürdenlauf erreichen wir wie durch ein Wunder einen feinen Sandstrand, wo die salzige Meeresluft uns endlich tief durchatmen lässt.

Hier müssen in früheren Zeiten Schiffe geankert haben, um Männer, Waffen und Gepäck mit kleinen Beibooten an Land zu bringen, bevor sich diese Pioniere der Natur in ihrer ganzen Gewalt stellten. Wir spüren, dass wir hier wirklich am Anfang – und gleichzeitig am Ende – der Welt sind.

Auf dem Rückweg entdecken wir einen blau-schwarzen Vogel, der ruhig auf einem Ast sitzt und uns regungslos beobachtet. Es scheint fast so, als wüsste er, wie schön er ist, und würde ganz bewusst für unser Foto posieren.

Ucluelet Hafen

Abenteuer und Tourismus – hier suche ich nach einer dritten Dimension, und vielleicht ist es genau diese: Ucluelet ähnelt Tofino sehr, ist jedoch etwas größer. Die Häuser, die sich malerisch entlang des Ufers aufreihen, sind auf Pfählen gebaut. Sie wirken wie große, gemütliche Hütten mit breiten Balkonen, die direkt auf den Meeresarm blicken. Hölzerne Treppen führen hinab zu den schwimmenden Docks; ein idealer Ort für einen Spaziergang mit garantierter Atmosphäre.

Am Ende des Docks liegt die "Zeal" vor Anker, ein wunderschönes Fischerboot mit ihrer Besatzung an Bord. Vor Ort herrscht reges Treiben, und meine helfende Hand, um die großen Schutzreifen zwischen Schiffsrumpf und Kai wieder in Position zu bringen, wird dankend angenommen.

Die Zeal Crew

Jim, der Kapitän, ist ein fröhlicher und direkter Mann. Er lädt mich kurzerhand an Bord ein und stellt mir seine Crew vor: Ein Mann, der die Maschinen wartet, zwei, die gerade die kleine Kombüse renovieren, und einer, der im gelben Regenmantel steht und genüsslich eine Suppe isst. Da sind James, der Mechaniker aus den Nordwest-Territorien, Dwain, der Berufsfischer, Dave, der Chefmaschinist, und Darren – genannt Whity – der Gelegenheitskoch, der im wahren Leben Anwalt und zudem der Sohn des Schiffseigners ist. Das Wetter ist heute schlecht, und gestern ist sogar ein kleiner Tornado an der Küste vorbeigezogen. Das Boot muss am Kai bleiben, und die Männer nutzen die unfreiwillige Pause, um alles an Bord wieder auf Vordermann zu bringen.

Es erinnert mich ein wenig an das Leben in "L'Etoile": Die Arbeit geht einem nie aus, und die Vorbereitung auf die nächste Saison ist vergleichbar mit dem nächsten großen Aufbruch aufs Meer. Ich habe "L'Etoile" oft mit einem alten Frachtschiff verglichen – mit dem Heizraum als Maschinenraum, dem Balkon als Schiffsdeck und den vielen Besuchern, die mich durch ihre Geschichten reisen lassen. Auch dort gibt es einen Kapitän, und auch das Schiff kann theoretisch sinken.

Jim führt mich voller Stolz durch sein Schiff: die Kojen, die Kombüse, der enge Gang, der große Laderaum, in dem Fisch und Eis gelagert werden, der laute Maschinenraum, das Deck mit den schweren Fischnetzen und schließlich die Steuerkabine mit ihrem massiven hölzernen Steuerrad und den glänzenden kupfernen Thermometern in allen Größen. Ein großer Computerbildschirm, der mit dem Internet und dem GPS verbunden ist, ermöglicht es ihm, jederzeit den Kurs und die aktuelle Position zu überwachen. "Es ist ein harter, aber guter Beruf, man kann sehr gut davon leben", sagt mir Jim, während er sich entspannt in seinen Stuhl vor dem Steuerrad fallen lässt.

Draußen bleibt das Wetter ungemütlich, und das Boot schaukelt leicht in den Wellen; Regen und Wind haben sogar noch etwas zugenommen. Drinnen, im kleinen Speisesaal, der sich den Platz mit der Küche teilt, fühlt man sich jedoch wunderbar geborgen. Jeder hat ein kühles Bier in der Hand, das Feuer knistert im kleinen Ofen, und wir genießen die hervorragenden Sandwiches, die der "Chefkoch" mit viel Herz zubereitet hat.

Bevor Dave, der Maschinist, wieder in die Kälte und den Schmutz zurückkehrt, zeige ich der Crew einige digitale Fotos meiner Heimatregion. Von einem Fischerboot in British Columbia aus betrachtet, wirken die südfranzösischen Cevennen und die kleinen mittelalterlichen Dörfer wie La Garde-Guérin unendlich weit weg und hinterlassen bei den Seeleuten tiefen Eindruck. Fünf Monate harte Arbeit und sieben Monate Reisen – dieser Rhythmus würde auch dem Kapitän sehr gut gefallen. Wir tauschen Visitenkarten aus und verabschieden uns mit einem ehrlichen, kräftigen Händedruck. Hier habe ich wahre, ungeschminkte Gastfreundschaft erlebt, wie man sie nur noch selten findet! Als Gastwirt nehme ich diese spontane, ungeplante und überaus wertvolle Lektion dankbar mit nach Hause.

Ucluelet und Tofino, Vancouver Island, British Columbia, Kanada - Karte Ucluelet und Tofino liegen auf Vancouver Island am Pazifischen Ozean in British Columbia im Westen Kanadas