„Bei mir gibt es keine Gäste, nur Partner.“ Mit seinem Gästehaus L'Étoile pflegt Philippe Papadimitriou eine ganz besondere Atmosphäre, in der sich jeder sofort wie zu Hause fühlt. Der Empfang ist von schlichter Herzlichkeit geprägt, in großzügigen Räumlichkeiten, die auf Anhieb zur Entspannung einladen. Philippe sieht sich weniger als gewöhnlicher Geschäftsmann, sondern vielmehr als leidenschaftlicher Gestalter. Überzeugt vom einzigartigen Potenzial dieses Ortes, formt und entwickelt er ihn seit 1991 mit großer Hingabe. Im Laufe der Jahre hat er sein Konzept stets verfeinert, um authentische und bereichernde Begegnungen mit seinen Gästen in den Mittelpunkt zu stellen.
Während der Sommersaison, von Juni bis September, öffnet L'Étoile seine Türen. Philippe agiert dann wie ein echter Kapitän und vergleicht sein Haus gerne mit einem Schiff, das er für diese sommerliche Überfahrt steuert. Er lädt Sie ein, mit an Bord zu kommen – sei es für einen kurzen Zwischenstopp oder einen längeren Aufenthalt. Wenn der Winter naht, genießt er seine Freiheit, reist, sammelt neue Inspirationen und entdeckt andere Schätze des Lebens. Diese erholsame Auszeit gibt ihm die nötige Energie, um die darauffolgende Saison mit frischem Elan zu beginnen.
Das Haus liegt nur wenige Schritte vom Bahnhof und dem mythischen Stevensonweg entfernt, direkt an den Ufern des Allier. Es befindet sich in den historischen Mauern der ehemaligen Familienpension Ranc, einst bekannt als Hôtel du Parc. Dieses alteingesessene Ferienhaus aus den 1930er Jahren trug während der goldenen Ära der Thermalbäder maßgeblich zum Ruf von La Bastide-Puylaurent bei. Noch heute ist die Thermalstation der Chaîne Thermale du Soleil im benachbarten Saint-Laurent-les-Bains auf der Ardèche-Seite in Betrieb.
In der Belle Époque entflohen wohlhabende Familien der drückenden Hitze von Marseille, Nîmes oder der Côte d'Azur, um die erfrischende Bergluft von La Bastide auf 1.024 Metern Höhe zu atmen. Die Freizeitgestaltung drehte sich um das Forellenfischen, Picknicks an der Abtei Notre-Dame-des-Neiges oder das Sammeln von Pilzen in den Wäldern. Eine regelrechte Blütezeit, in der La Bastide-Puylaurent auch vom Trubel rund um den Bau der benachbarten Staudämme profitierte. Diese gigantischen Baustellen zogen Hunderte von Arbeitern und Ingenieuren an, die alle im Dorf aßen und wohnten. Auch die Eisenbahn brachte großen Wohlstand: Der berühmte Zug „Le Cévenol“, der oft völlig überfüllt auf der Strecke von Paris nach Marseille verkehrte, hielt zur Essenszeit stets in La Bastide. Ein Nachbar erzählte Philippe, wie seine Familie im Morgengrauen belegte Brote zubereitete, um sie beim Halt fliegend durch die Zugfenster zu verkaufen. „Das war eine herrliche Zeit...“, erzählte er, und fügte schmunzelnd hinzu: „Eine Saison reichte, um ein ganzes Haus zu finanzieren!“
Obwohl er einst Mitglied der Stevensonweg-Vereinigung war, zog es Philippe vor, seine Unabhängigkeit zu bewahren: „Das war mir zu kommerziell geworden. Meine wahre Leidenschaft ist das charaktervolle Gästehaus“, erklärt er. Mit seinem belgischen Akzent und seinem herzlichen Humor pflegt er täglich eine sehr internationale Atmosphäre, verfeinert durch eine familiäre und ausgewogene Küche.
Der Eingang öffnet sich zu einer einladenden Halle mit einer breiten, weiß gestrichenen Holztreppe. Eine begrünte Veranda bietet einen lichtdurchfluteten Raum, um vor dem Abendessen die letzten Sonnenstrahlen zu genießen. Auch wenn Philippe Zimmer mit oder ohne eigenes Bad anbietet, bevorzugen die Gäste oft jene mit ruhigem Blick auf den Park und den Fluss. Wanderer haben sogar die Möglichkeit, ihr Fahrzeug während einer Tour auf dem GR®70 auf dem Privatparkplatz des Anwesens abzustellen. In jedem Zimmer liegt ein Heft mit vielen lokalen Informationen bereit – die ideale Lektüre für einen gemütlichen Nachmittag im Liegestuhl im Garten, begleitet von einem guten Abteibier... Für Wanderfreunde stehen in seinem Büro zahlreiche Routenblätter für Rundwanderungen kostenlos zur Verfügung.
Als Sohn eines unabhängigen griechischen Journalisten und einer belgischen Mutter ist Philippe ein weltoffener, kreativer und innovativer Geist. Wenn es Abend wird und das Feuer knistert, greift er manchmal zur Gitarre, um Hotel California oder alte Balladen der Goldgräber zu spielen. Er improvisiert auch gerne lange Melodien am Klavier im majestätischen Speisesaal. Trotz seiner vierzehnstündigen Arbeitstage – geprägt von Frühstück, Reinigung, Wäsche und dem Abendessen – erweckt er nie den Eindruck, sich abzumühen. Für ihn ist die Anstrengung der Arbeit vor allem psychologisch: „Man muss sich einfach gut organisieren“, vertraut er an. „In der klassischen Hotellerie lässt man den Menschen oft nicht wirklich Raum, sich zu entfalten. Der Table d'hôtes, das Klavier, der großzügige Raum, der Kamin und die gelebte Einfachheit sind genau dazu da, jeden zu ermutigen, seinen inneren Reichtum zu teilen und miteinander ins Gespräch zu kommen.“ Auch das macht den Zauber des Stevensonweges aus. (Nach einem Text von Pierre Fayolle).











