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Tourismus in der Stadt Mende zu dieser Zeit

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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts konzentrierte sich der Tourismus in Mende hauptsächlich auf die Entdeckung der Region Lozère und ihrer rauen, unberührten Naturlandschaften. Die Stadt, die oft eher als Zwischenstopp denn als Hauptreiseziel angesehen wurde, zog vor allem Besucher an, die die ausgedehnten Weiten der Cevennen und des Aubrac erkunden wollten. Die damaligen Unterbringungsmöglichkeiten waren noch recht bescheiden und bestanden im Wesentlichen aus kleinen Hotels und familiären Pensionen. Obwohl die Ankunft der Eisenbahn die Anreise erheblich erleichterte, blieb die Fahrt lang. Das Zielpublikum bestand größtenteils aus einer bürgerlichen Elite auf der Suche nach frischer Luft und erholsamen Aufenthalten, und das, obwohl die Stadt selbst über keine nennenswerten Heilquellen verfügte. Die Freizeitaktivitäten beschränkten sich zumeist auf idyllische Spaziergänge in der ländlichen Umgebung und die Besichtigung lokaler historischer Denkmäler wie der majestätischen Kathedrale. Es handelte sich um einen unaufdringlichen und friedlichen Tourismus, fernab des Trubels großer Badeorte, der vor allem die absolute Ruhe und Authentizität dieser ländlichen Präfektur schätzte.

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Der Place de Gaulle bildet das pulsierende Herz der Stadt, an dem alle Hauptverkehrsadern zusammenlaufen. Egal, ob man vom Bahnhof oder aus Richtung Saint-Flour anreist, man erreicht diesen Platz nach der Überquerung des Flusses Lot über die Brücke Pont de Berlière und einem gemütlichen Spaziergang entlang der Allée Piencourt. Dieser schattige Weg wird von alten Pappeln gesäumt, die 1707 auf Initiative des namensgebenden Bischofs gepflanzt wurden.

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Auf diesem geschichtsträchtigen Platz erinnert das Denkmal für die 1870-1871 gefallenen Einwohner der Lozère auf eindringliche Weise an die tragische Vergangenheit der Region. Das unter der Herrschaft Ludwigs XVI. erbaute Rathaus besticht durch eine schlichte, aber äußerst harmonische Architektur. Es beherbergt ein prachtvolles Treppenhaus, herrliche Aubusson-Wandteppiche im Ratssaal sowie eine reichhaltige Bibliothek mit 13.000 Bänden, darunter viele wertvolle Inkunabeln.

Vom Place de Gaulle aus erstreckt sich eine von großen Platanen gesäumte Ringstraße, die dem Verlauf der alten Stadtgräben folgt. Sie beginnt im Südwesten mit dem Boulevard du Soubeyran, wo sich heute die wichtigsten Cafés und das Hauptpostamt befinden. Direkt am Eingang dieses Boulevards erhebt sich auf der rechten Seite der Tour des Pénitents (Turm der Büßer). Dieses halbzylindrische Bauwerk ist das letzte erhaltene Überbleibsel der Verteidigungsmauer, die 1165 von Bischof Aldebert du Tournel errichtet wurde. Zu Füßen dieses schützenden Turms birgt die 1657 erbaute Kapelle der Büßer eine Schwarze Madonna – eine alte und tief verehrte Kopie der Notre-Dame-du-Puy. Im angrenzenden Kreuzgang lassen sich die Abzeichen der Büßerbruderschaften sowie ein wunderschönes, fein geschnitztes hölzernes Adler-Lesepult aus dem späten 17. Jahrhundert bewundern.

Nur wenige Schritte entfernt öffnet der Place au Blé die Pforten zur Altstadt, einem malerischen Labyrinth, das seinen historischen Charme weitgehend bewahrt hat. Die alten Bürgerhäuser weisen faszinierende architektonische Details auf, und einige der Gassen scheinen die Zeit unbeschadet überdauert zu haben. In der Rue du Fournet, die sich auf der linken Seite des Platzes erstreckt, verbergen sich kunstvoll geschnitzte Holztüren aus dem 17. Jahrhundert sowie kleine Andachtsstätten mit Statuen aus dem 15. Jahrhundert, die den Spaziergänger stets aufs Neue überraschen.

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Der Boulevard du Soubeyran geht nahtlos in den Boulevard Henri-Bourrillon über und leitet den Besucher direkt zum Place Urbain V, der von der majestätischen Fassade der Kathedrale dominiert wird. In der Mitte dieses weiten Platzes ehrt eine von dem Bildhauer Dumont geschaffene Bronzestatue Papst Urban V., den zweifellos berühmtesten Sohn der Lozère (geboren als Guillaume de Grimoard 1309 im Schloss Grizac nahe Le Pont-de-Montvert). Auf der linken Seite der Kathedrale befindet sich die Präfektur, ein modernes Gebäude, das stilistisch frei an die Architektur der Epoche Ludwigs XIII. angelehnt ist. Der Bau der Kathedrale Saint-Pierre wurde 1369 direkt von Papst Urban V. initiiert, jedoch erst im 15. Jahrhundert nach einer rund 60-jährigen Unterbrechung vollendet. Im Jahr 1579 wurde das Gebäude von protestantischen Truppen gesprengt, wobei wundersamerweise nur die Hauptfassade, die Türme und der Chorraum verschont blieben. Der Wiederaufbau erfolgte in den Jahren 1599 bis 1620 mit bemerkenswerter Originaltreue, auch wenn das Gesamtbild eine gewisse architektonische Strenge ausstrahlt.

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Die Fassade, verziert mit einer eleganten Fensterrose, wird von zwei prächtigen Türmen flankiert, die zwischen 1508 und 1521 von Bischof François de la Rovère erbaut wurden. Ein aufmerksamer Betrachter wird die Initialen und Wappen des Bischofs entdecken können, die an mehreren Stellen in das Mauerwerk eingraviert sind. Der linke, äußerst elegante große Glockenturm erreicht eine beachtliche Höhe von 84 Metern und ist mit massiven Strebepfeilern sowie einer feinen Renaissance-Galerie geschmückt. Seine hoch aufragende Spitze ragt kühn in den Himmel, umgeben von zierlichen Fialen. Der rechte Glockenturm ist in seiner Konzeption schlichter gehalten, misst 65 Meter und schließt mit einer bescheideneren, mit Hakenkrabben besetzten Spitze ab. Für eine exklusive Besichtigung des großen Glockenturms, der Sakristei oder der verborgenen Krypten empfiehlt es sich, den Küster der Kathedrale zu kontaktieren.

Das bewusst schlicht gehaltene Kirchenschiff, das weder über ein Querschiff noch über ein Triforium verfügt, wird von breiten Seitenschiffen und einer Abfolge von seitlichen Kapellen gesäumt. Ein Chorumgang umschließt den Chor, gewährt jedoch interessanterweise nur Zugang zu zwei radialen Kapellen. Der Chorraum selbst birgt ein wunderschönes holzgeschnitztes Chorgestühl aus dem Jahr 1692, dessen Paneele eindrucksvoll Schlüsselszenen aus dem Leben Christi darstellen. Über dem majestätischen Hauptaltar thront die wundertätige Statue der Schwarzen Madonna, deren segensreiche Präsenz bereits im 13. Jahrhundert dokumentiert wurde, flankiert von wertvollen Reliquien und prächtigen Holzkandelabern aus dem 17. Jahrhundert. Im hinteren Bereich des Chores erstrahlt ein Gemälde der Mariä Himmelfahrt – eine leuchtende Kopie aus dem 18. Jahrhundert nach einem Werk des Malers Murillo – erhaben über acht prächtigen Aubusson-Wandteppichen aus dem Jahr 1706, die detailreich und elegant die Geheimnisse der Jungfrau Maria abbilden.

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Die Kanzel, die aus neuerer Zeit stammt, aber einer klaren neugotischen Inspiration folgt, ist ein akribisches Werk des talentierten Bildhauers Pagès aus Mende. Ihr gegenüber vollenden der bischöfliche Sitz im Stil Ludwigs XIII. und eine kunstvoll geschnitzte hölzerne Christusfigur aus dem 17. Jahrhundert das spirituelle Dekor. Auch die prachtvolle Holzverkleidung der großen Orgel, die exakt auf das Jahr 1653 datiert wird, versetzt den Besucher in Staunen. Hinter der Fassade ruht ein alter Grabstein aus dem 15. Jahrhundert, der den gewaltigen Klöppel der Glocke Marie-Thérèse, weithin bekannt als die „Non-Pareille“ (Die Unvergleichliche), bewacht. Dieses 1517 gegossene bronzene Meisterwerk wurde 1579 von Hauptmann Merle auf tragische Weise zerstört. Die Glocke brachte einst stolze 460 Zentner auf die Waage, und ihr eiserner Klöppel beeindruckt noch heute mit einer imposanten Höhe von 2,35 Metern und einem Umfang von 1,10 Metern an seiner breitesten Stelle.

Im Halbdunkel der Seitenkapellen verbergen sich alte liturgische Piszinen (Waschbecken) aus dem 15. Jahrhundert sowie mehrere kunstvolle Holzaltäre, die typisch für die Epoche Ludwigs XIV. sind. Die Taufkapelle auf der linken Seite ist mit reichen Renaissance-Holzschnitzereien verziert, deren feine Paneele zentrale Episoden des Alten Testaments veranschaulichen. Die Sakristei wiederum beherbergt eine elegante Renaissance-Tür, eine lebensgroße hölzerne Christusfigur aus dem 17. Jahrhundert, einen modernen Bischofsstab aus vergoldetem Silber sowie ein außergewöhnliches Priestergewand, das aus fünf luxuriösen Seidenbrokatstoffen des 17. Jahrhunderts meisterhaft gefertigt wurde.

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Ganz in der Nähe des Klöppels der „Non-Pareille“ lädt ein wunderschönes Portal im Flamboyant-Stil zum Aufstieg in den großen Glockenturm ein – ein Erlebnis, das Besuchern wärmstens empfohlen wird. Wer die 241 abgetretenen Treppenstufen bis zur Uhrengalerie (auf der vierten Ebene) erklimmt, wird mit einem atemberaubenden Panoramablick über die gewölbten Dächer und malerischen Mansarden der Altstadt belohnt. In den Tiefen des Bauwerks, direkt unter dem großen Glockenturm, erstrecken sich geheimnisvolle Krypten. Jene, die die ehrwürdigen Reliquien des heiligen Privat birgt, stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde erst im Jahr 1905 wiederentdeckt. Das Südportal der Kathedrale, ein wahres Meisterwerk der Flamboyant-Verzierung, öffnet sich zum Place Chaptal, der von einem erfrischenden Brunnen geziert wird. Passiert man den Justizpalast, findet man auf der linken Seite die Rue de la Banque (die ehemalige Route nach Rodez) und auf der rechten Seite die Rue d’Aigues-Passes. Folgt man der Rue de la Banque und anschließend der Avenue du Musée, erreicht man das faszinierende Museum, das von der regionalen „Société des Lettres, Sciences et Arts de la Lozère“ verwaltet wird.

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Dieses Museum offenbart neugierigen Besuchern großartige Sammlungen, wie etwa den berühmten bronzezeitlichen Schatz, der in Carnac bei La Malène auf dem weiten Causse Méjean gefunden wurde. Man kann hier frühchristliche Grabsteine (Cippi) aus Ispagnac, wertvolle gallo-römische Artefakte, lokale Münzprägungen und bemerkenswerte Steinfragmente bewundern – darunter herrliche Basreliefs aus dem 14. Jahrhundert, die einst zu einem alten Grabmal der Kathedrale gehörten. Ebenso sind große, kunstvoll geschnitzte Wappenkartuschen des Bischofs François de la Rovère aus dem 16. Jahrhundert ausgestellt, flankiert von diversen Kunstwerken, Mineralien, Präparaten einheimischer Vögel sowie einer sehr feinen Sammlung traditioneller Spitzen. Beim Abstieg durch die malerische Rue d’Aigues-Passes, die von ehrwürdigen historischen Gebäuden gesäumt wird, fällt der Blick unweigerlich auf ein altes gotisches Portal mit eleganten Renaissance-Türflügeln. Am Ende dieser Straße biegt man links in die Rue Notre-Dame ein – ehemals als Rue de la Juiverie bekannt und einst die Hauptschlagader des historischen Zentrums –, um ein imposantes gotisches Gebäude zu betrachten, das in früheren Zeiten als Synagoge diente. Nur wenige Schritte entfernt befindet sich eine unscheinbare Andachtsstätte, in der eine Schwarze Madonna schützend über einem modern bemalten Brunnen wacht.

Ein wenig weiter, direkt am Eingang zur Rue du Collège, ragt stolz ein großes Kreuz aus dem 16. Jahrhundert empor. Die Rue du Chastel, die nahtlos an die Rue Notre-Dame anknüpft, bewahrt auf ihrer linken Seite die letzten Relikte des befestigten Tores, das ihr den Namen gab, und auf der rechten Seite ein antikes, von den Jahrhunderten patiniertes Steinkreuz. Die Gasse mündet schließlich friedvoll in den Place du Chastel, auf dem ein Denkmal zu Ehren des hoch angesehenen Senators Théophile Roussel steht.

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Vom Place du Chastel aus spaziert man unter dem Blätterdach der Allée Paul-Doumer hindurch und biegt dann in eine kleine Straße nach links ab, um die bezaubernde Pont Notre-Dame de Peyrenc zu erreichen. Dieses architektonische Juwel aus dem 14. Jahrhundert überspannt ruhig das klare Wasser des Flusses Lot; nachdem man die Brücke überquert hat, um ihre majestätischen Bögen besser bewundern zu können, kehrt man auf dem gleichen Weg zurück und betritt die Altstadt über die Rue du Collège. Zur Rechten öffnet sich die unscheinbare Rue de l’Epine, wo sich bei der Hausnummer 11 die romantischen Überreste des Hôtel de Ressouche aus dem 17. Jahrhundert verbergen, ausgestattet mit einem monumentalen Portal aus dem Jahr 1665 und einer prachtvollen Repräsentationstreppe. Der städtische Rundgang endet in der Rue Droite, die den Flaneur sanft zum Ausgangspunkt, dem Place de Gaulle, zurückführt, vorbei am charmanten Brunnen Fontaine de la Calguière.

Die reizvolle Umgebung von Mende bietet wunderbare Ausflugsmöglichkeiten, allen voran die Ermitage de Saint-Privat (Einsiedelei), die sich auf einer Höhe von 890 Metern an den Berg schmiegt. Um dorthin zu gelangen, verlässt man die Ringstraße auf Höhe des Foiral und nimmt den Chemin de Saint-Privat, der sich in engen Serpentinen den Berghang hinaufwindet. Der Pfad streift respektvoll das Oratorium Saint-Ilpide, das über alten, in den Jahren 1805 und 1913 freigelegten Gräbern errichtet wurde, und bietet unterwegs ein wahrhaft atemberaubendes Panorama auf das darunterliegende Tal. Dieser spirituelle Weg wird von den vierzehn Stationen eines malerischen Kreuzwegs rhythmisiert, der den Pilger zielsicher zur Einsiedelei führt. Dieses Heiligtum, das zu großen Teilen direkt in den Fels gehauen ist, war einst der Rückzugsort des illustren heiligen Bischofs. Neben der kleinen Kapelle weckt ein ungewöhnlicher, in den Fels geschlagener Ruheplatz unweigerlich die Neugier der Spaziergänger.

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Von dieser heiligen Stätte aus fällt der Blick auf das riesige Monumentalkreuz, das über Mende wacht und nach Einbruch der Dunkelheit warm erleuchtet wird. Der Panoramablick auf die Bischofsstadt und ihre tiefgrüne Umgebung ist schlichtweg grandios; die Kathedrale hebt sich dabei majestätisch aus der Silhouette der Stadt hervor. Besonders abenteuerlustige Wanderer setzen ihren Aufstieg gerne bis zum berühmten Croix de Mimat (auf 1.070 Metern Höhe) fort. Hierfür biegt man kurz vor der Einsiedelei rechts auf einen alten Forstweg ab, durchquert dichte, schattige Bestände von schwarzen österreichischen Kiefern und erreicht schließlich den Rand des Causse de Mende. Wer den Gipfel im Hochsommer (August) erklimmt, wird von dem leuchtenden und intensiv duftenden Schauspiel zahlloser blühender Lavendelfelder überwältigt. Das 360-Grad-Panorama ist atemberaubend und umfasst die tiefe Schlucht des Tarn-Tals, die kargen Weiten der Causses de Mende und Sauveterre, das mächtige Massiv des Mont Lozère, das Plateau du Roc, die runden Bergkuppen der Margeride und in der fernen Dunstglocke die Ausläufer des Aubrac.

Die Erkundung der Region lässt sich hervorragend auf dem Petit Causse de Mende fortsetzen, der sich sanft südlich der Einsiedelei erstreckt, oder in Richtung des Causse de Changefège ausdehnen. Um dorthin zu gelangen, folgt der Reisende der malerischen Straße nach Florac bis zur alten Eisenbahnbrücke (nach ca. 3 km) und biegt dann rechts auf einen anspruchsvollen Karrenweg ab, der sich stetig zum Weiler Changefège (5 km) hinaufarbeitet. Dort, idyllisch gelegen an einer Wiesenbiegung, zieht ein prächtiger prähistorischer Dolmen die neugierigen Blicke der Besucher auf sich.

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Ein längerer Ausflug führt oft weiter nach Lanuéjols und Bagnols-les-Bains. Man verlässt Mende über die Straße nach Florac, erreicht zügig Rouffiac und verlässt dann die Route N. 107, um linker Hand auf die reizvolle C. 41 abzubiegen. Diese Straße schlängelt sich durch das bukolidische Tal der Nize, eingezwängt zwischen dem Petit Causse de Balduc auf der rechten Seite – dessen markante Silhouette an ein gewaltiges versteinertes Riff erinnert – und den schroffen Klippen des Causse de Mende auf der linken Seite. Nach der Durchquerung von Brenoux und einem flüchtigen Blick auf das Château du Boy, ein sehr elegantes Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, erreicht man Lanuéjols (857 Meter Höhe). Gleich am Ortseingang auf der rechten Seite stehen die bemerkenswerten Überreste eines römischen Denkmals aus dem 3. Jahrhundert, das von den Einheimischen liebevoll „lou maselet“ genannt wird. Es handelt sich um ein massives quadratisches Bauwerk mit einer Seitenlänge von 5,35 Metern und 1,30 Meter tiefen Nischen. Die in den Türsturz gravierte Inschrift verrät, dass es als Mausoleum zum Gedenken an die Kinder von Bassianus und seiner Frau Regala errichtet wurde.

In der unmittelbaren Umgebung dieses antiken Denkmals haben Archäologen zudem zahlreiche spannende gallo-römische Artefakte zutage gefördert. Lanuéjols ist darüber hinaus stolz auf seine wunderschöne romanische Kirche. Liebhaber alter Steine setzen ihre Entdeckungsreise gerne zu den Ruinen des Château de la Prade und zur Einsiedelei Saint-Génies fort, wo eine Quelle von geradezu legendärer Reinheit entspringt. Hinter Lanuéjols schraubt sich die Straße in spektakulären Serpentinen hinauf zum Col de Masseguin oder Col de Loubière (1.185 Meter), bevor sie hinab zur beschaulichen Kurstation Bagnols-les-Bains führt. Diese Route ist Teil der großen Rundfahrt um den Mont Lozère, einer touristischen Schleife, die Lanuéjols, Bagnols-les-Bains, Villefort, Le Bleymard und Mende miteinander verbindet. Schließlich führt die Fahrtstraße unweigerlich zu den beeindruckenden geologischen Wundern im Süden: den atemberaubenden Gorges du Tarn, die bis nach Le Rozier faszinierende Naturkulissen bieten, und zum absoluten Pflichtprogramm, dem Aven Armand nahe Meyrueis, einer fantastischen unterirdischen Höhle, die reich mit außergewöhnlichen Stalaktiten und Stalagmiten dekoriert ist.