Slottet Randon och Bertrand Du Guesclin Le château de Randon et Bertrand Du Guesclin El castillo de Randon y Bertrand Du Guesclin Il castello di Randon e Bertrand Du Guesclin Το κάστρο του Randon και ο Bertrand Du Guesclin Slottet Randon og Bertrand Du Guesclin

Das Schloss Randon und Bertrand Du Guesclin

Randonin linna ja Bertrand Du Guesclin Slottet Randon og Bertrand Du Guesclin The castle of Randon and Bertrand Du Guesclin Randon和Bertrand Du Guesclin城堡 Замок Randon и Bertrand Du Guesclin Kasteel van Randon en Bertrand Du Guesclin
Bertrand Du Guesclin wird zum Connétable ernannt Bertrand Du Guesclin

Vor dem 12. Jahrhundert stand Châteauneuf-de-Randon unter der Herrschaft der Grafen von Barcelona. Einer von ihnen, Raymond Bérenger, übertrug den Ort 1126 als Lehen an die Brüder Guarin und Odilon, deren Nachfolger später die Abtei von Mercoire gründeten (1187–1223). Zu einem späteren Zeitpunkt geriet einer der Burgherren in heftigen Streit mit Guillaume de Peyre, dem Bischof von Mende, welcher ihm vorwarf, die Bauern – seine Vasallen – zu unterdrücken.

Grab von Bertrand Du Guesclin

Guillaume fiel in dessen Ländereien ein und zwang ihn, um Frieden zu bitten. Im Jahr 1226 unterwarf sich Odilon Guarin dem französischen König Ludwig VIII. Von 1233 bis 1243 befanden sich die Herren von Randon in offenem Krieg mit dem Haus Polignac; dank der Vermittlung von Bernard de Montaigne, dem Bischof von Le Puy-en-Velay, wurden sie jedoch zu deren Verbündeten und gingen schließlich vollständig in diesem Adelsgeschlecht auf.

Châteauneuf-de-Randon entwickelte sich zu einer der wichtigsten Festungen des Gévaudan und fiel 1361 in die Hände der „Grandes Compagnies“ (Söldnerheere). Einer ihrer Anführer, der gaskonische Ritter Séguin de Badifol, durchstreifte das Land an der Spitze von 3.000 Plünderern. Zwanzig Jahre später, im Jahr 1380, wurde die Festung von anderen Banden eingenommen. Diese teils englischen, teils gaskonischen Söldnerkompanien hatten sich die Kriege zwischen Frankreich und England zunutze gemacht, um sich in mehreren Stützpunkten der Auvergne und des Languedoc zu verschanzen.

Berühmt ist die Burg Randon jedoch vor allem für die Belagerung, welche die Engländer dort im selben Jahr gegen Bertrand Du Guesclin aushielten. „Herr Bertrand“, so berichtet der Chronist Froissart, „schwor, dass er niemals von dort weichen würde, ehe er die Burg nicht nach seinem Willen eingenommen hätte. Doch er wurde von einer Krankheit ergriffen, die ihn ans Bett fesselte; die Belagerung wurde deshalb keineswegs abgebrochen, vielmehr gingen seine Leute noch erbitterter vor als zuvor.“

Als er sein Ende nahen fühlte, umarmte Du Guesclin die alten Hauptleute, die ihn umgaben, und legte ihnen im Sterben ans Herz, niemals zu vergessen, dass in welchem Land auch immer sie Krieg führten, Geistliche, Frauen, Kinder und das arme Volk nicht ihre Feinde seien; am nächsten Tag verstarb er. Der englische Kommandant hatte jedoch versprochen, sich binnen fünfzehn Tagen zu ergeben, sollte bis dahin kein Entsatz eintreffen. Der Marschall von Sancerre trat an den Rand des Grabens der belagerten Stadt und forderte den Kommandanten auf, den Platz zu übergeben. Dieser antwortete, er habe Du Guesclin sein Wort gegeben und werde sich nur ihm persönlich ergeben.

Da gestand Sancerre, dass der Connétable nicht mehr am Leben sei. „Nun gut!“, erwiderte der Kommandant, „so werde ich die Schlüssel der Stadt auf sein Grab bringen.“ Sancerre kehrte um, um alles für diese außergewöhnliche Zeremonie vorzubereiten. Man entfernte alles Düstere aus dem Zelt des Helden; sein Sarg wurde auf einen mit Blumen bedeckten Tisch gestellt. Bald darauf sah man den Kommandanten von Châteauneuf-de-Randon an der Spitze seiner Garnison aus der Festung ziehen. Unter Trompetenklang durchschritt er das Heer und erreichte das Zelt Du Guesclins, wo die höchsten Offiziere schweigend und stehend versammelt waren. Der Kommandant kniete vor dem Leichnam des Connétables nieder und legte die Schlüssel auf dessen Sarg.

Du Guesclin erhält das Schwert des Connétables

Dieser von Historikern ausgeschmückten Erzählung fügen wir zwei Passagen aus der von Francisque Michel veröffentlichten Chronik von Du Guesclin hinzu.

„Nicht lange verweilte Herr Bertrand in Paris; mit dem Einverständnis des Königs sammelte er ein mächtiges Heer, zog in das Herzogtum Guyenne ein und ritt so lange von Stadt zu Stadt und Burg zu Burg erobernd voran, bis er vor Châteauneuf-de-Randon eintraf. Dort lagen die Engländer, welche die Burg hielten, reichlich versehen mit Proviant und Artillerie. Die Burg war stark und wohlgelegen. Herr Bertrand ließ sie belagern und mehrfach bestürmen, bewirkte dort jedoch zunächst wenig.

Das Schloss Randon

Herr Bertrand schwor, die Belagerung aufrechtzuerhalten, und bedrängte die Engländer so sehr, dass sie von keiner Seite her Nahrung erhielten. Daraufhin baten die Engländer um einen Waffenstillstandstag und sandten ihren Hauptmann zu Herrn Bertrand. Dieser handelte aus, dass sie die Festung an einem bestimmten Tag übergeben würden, wenn sie bis dahin keinen Beistand vom englischen König erhielten. Er versprach dies und stellte Herrn Bertrand Geiseln, woraufhin ihnen Waffenruhe gewährt wurde bis zu dem Tage, an dem die Burg übergeben werden sollte.

Während des Waffenstillstands, den die Engländer für die Übergabe von Châteauneuf-de-Randon vereinbart hatten, legte sich Herr Bertrand, der die Belagerung leitete, auf das Sterbebett. Als er seinen Tod nahen sah, empfing er gläubig die Sakramente und ließ den Marschall von Sancerre – den er für einen überaus trefflichen Ritter hielt –, Herrn Olivier de Mauny und die Ritterschaft seines Lagers zu sich rufen. Zu ihnen sprach er: ‚Meine Herren, aus eurer Gesellschaft muss ich Abschied nehmen, hin zum Tode, der uns allen gemein ist. Durch eure Tapferkeit und nicht durch mein Zutun hat das Glück mich zeit meines Lebens in ganz Frankreich in hohen Ehren gehalten; euch gebührt dieser Ruhm, und meine Seele sei euch empfohlen.‘

‚Wahrlich, meine Herren, ich hatte fest vor, durch eure ritterliche Tugend die Kriege in Frankreich bald zu beenden und König Charles sein ganzes Reich in Gehorsam zurückzugeben; doch fortan kann ich nicht mehr bei euch weilen. Gleichwohl bitte ich Gott, meinen Schöpfer, dass er euch stets Mut im Dienste des Königs verleihe; auf dass durch Euch, Herr Marschall, durch Eure Tapferkeit und die der gesamten Ritterschaft, die sich ihm gegenüber stets so loyal und kühn verhalten hat, seine Kriege zu einem guten Ende geführt werden.‘

‚Mein Herr Marschall und ihr anderen edlen Herren, die ihr hier versammelt seid, um eine Sache möchte ich euch bitten, durch die meine Seele in tiefem Frieden scheiden könnte, so es sich machen lässt. Ich will euch sagen, welche: Ihr wisst, Herren, dass die Engländer mir gegenüber den Tag für die Übergabe ihrer Burg festgesetzt haben; daher ersehnt mein Herz inständig, dass die Engländer die Burg noch vor meinem Tode übergeben.‘

Connétable

Angesichts der Worte des Herrn Bertrand ergriff die gesamte Ritterschaft ein so großes Mitleid, wie es niemand in Worte fassen könnte. Einer blickte den anderen weinend an, und sie hielten eine so unvergleichliche Trauer, wie man sie noch nie gesehen hatte, und sprachen: ‚Ach! Nun verlieren wir unseren guten Vater und Hauptmann, unseren Hirten, der uns so mild versorgte und so sicher führte; und wenn wir Wohlergehen und Ehre besitzen, so verdanken wir es ihm.‘

‚O Ehre und Ritterlichkeit, wie viel wirst du verlieren, wenn dieser Mann verschieden ist!‘ Und viele andere Klagen erhoben die Männer des Heeres, so laut, dass jene auf der Burg es wohl bemerkten; doch woran es lag, davon wussten sie nichts. So verging der Tag, und die Belagerten erhielten keinerlei Hilfe vom englischen König.

Am folgenden Tag trat der Marschall von Sancerre vor die Burg und ließ den Hauptmann rufen, welcher sogleich zu ihm kam. Da sprach der Marschall von Sancerre in mildem Tone zu ihm: ‚Hauptmann und Freund, im Namen meines Herrn, des Connétables, komme ich zu euch und fordere euch auf, die Burg samt den Schlüsseln zu übergeben und eure Geiseln gemäß euren Versprechungen einzulösen.‘ Höflich antwortete der Hauptmann: ‚Herr, es ist wahr, dass wir mit Herrn Bertrand Verträge geschlossen haben; diese werden wir halten, wenn wir vor ihm stehen, und vor keinem anderen.‘

Schloss

‚Freund‘, erwiderte der Marschall, ‚wenn ich nicht in seinem Namen käme, würde ich es euch nicht sagen.‘ ‚Gewiss, Herr‘, sprach der Hauptmann, ‚ich halte Euch für einen würdigen Boten; dennoch will ich mich mit den Gefährten der Garnison über Eure Worte beraten und Euch, so es Euch beliebt, nach dem Mittagsmahl Antwort geben.‘ Dem stimmte Marschall Louis de Sancerre zu, kehrte zu Herrn Bertrand zurück und berichtete ihm, wie er die Engländer gesinnt vorgefunden hatte.

Da nahte Herr Bertrand seinem Ende und erkannte dies wohl. Darum verlangte er, dass man ihm das königliche Schwert bringe, welches ihm auch gereicht wurde. Er nahm es in seine Hand und sprach vor allen diese Worte: ‚Meine Herren, in deren Kreis ich die Ehre weltlicher Tapferkeit erfahren durfte und deren ich mich wohl würdig erwies – nun muss ich den Tribut des Todes entrichten, der keinem Menschen erspart bleibt.‘

‚Zuerst bitte ich euch, dass ihr zu Gott betet, um ihm meine Seele zu empfehlen. Und Euch, Louis de Sancerre, der Ihr Marschall von Frankreich seid und noch größere Ehren wohl verdient habt, Euch empfehle ich meine Seele, meine Gemahlin und meine gesamte Verwandtschaft.‘

‚König Charles von Frankreich, meinem unumschränkten Herrn, sollt ihr mich empfehlen, und dieses Schwert, unter dessen Führung das Kriegswesen Frankreichs steht, sollt ihr ihm in meinem Namen zurückgeben; denn in die Hände eines Loyaleren kann ich es nicht zur Verwahrung legen.‘ Und nach diesen Worten schlug er das Kreuzzeichen über sich.

Und so schied in jenen Tagen der tapfere Herr Bertrand Du Guesclin aus dieser Welt, der zu seiner Zeit so Großes vollbrachte, dass er ob des Ruhmes seiner Treue als der zehnte der Recken genannt wird...

In einem anderen Manuskript, jenem von Lancelot, findet sich die folgende Erzählung, die eine weitaus glaubwürdigere Version über das so hochgelobte Verhalten des Kommandanten von Châteauneuf-de-Randon wiedergibt:

Chastel-Neuf von Rendon

„Als Herr Bertrand verschied, erhob sich ein lautes Klagegeschrei im französischen Heer, weswegen die Engländer sich weigerten, die Burg zu übergeben. Daraufhin ließ Marschall Louis die Geiseln an den Rand des Grabens führen, um ihnen die Köpfe abschlagen zu lassen; da ließen sie sogleich ihre Brücke herab, und der Hauptmann trat vor den Marschall, um ihm die Schlüssel anzubieten; dieser aber wies sie zurück und sprach zu ihm:

‚Freund, mit Herrn Bertrand habt ihr eure Abmachungen getroffen, und ihm sollt ihr sie übergeben.‘ – ‚Gott! Herr‘, sprach der Hauptmann, ‚ihr wisst wohl, dass Herr Bertrand verstorben ist, der so viel galt; und wie sollte es angehen, dass wir ihm diese Burg und uns selbst überantworten?‘ – ‚Wahrlich, Herr Marschall, ihr sucht gänzlich unsere Entehrung, da ihr uns zwingen wollt, einem toten Ritter uns und unsere Burg zu ergeben.‘ – ‚Darüber lässt sich nicht verhandeln‘, entgegnete Marschall Louis, ‚sondern tut es unverzüglich! Denn wenn ihr noch ein Wort darüber verliert, so geht zurück in eure Burg und haltet Totenwache für eure Geiseln, denn binnen kurzem wird ihr Leben enden.‘

Die Engländer sahen wohl ein, dass es nicht anders sein konnte. Daher zogen sie alle aus der Burg ab, ihr Hauptmann an der Spitze, und traten vor Marschall Louis, der sie in das Haus führte, in dem Herr Bertrand aufgebahrt lag. Dort hieß er sie die Schlüssel übergeben und unter Tränen auf den Sarg des Herrn Bertrand niederlegen. Jeder möge wissen, dass es dort keinen französischen oder englischen Ritter oder Knappen gab, der nicht in tiefen Jammer ausbrach. Auf diese Weise verschied der so treffliche Herr Bertrand Du Guesclin.

Du Guesclin Weg

Und in Châteauneuf-de-Randon legte Marschall Louis eine Garnison aus Bewaffneten und Armbrustschützen; sodann zog er mit großem Gefolge von Rittern von dannen und ließ den Leichnam des Herrn Bertrand einbalsamieren und aufbahren, um ihn zur Bestattung in der Bretagne nach Dinan zu überführen...

Doch ehe der Trauerzug in der Bretagne eintraf, musste er auf Befehl König Karls V. umkehren, welcher die sterblichen Überreste des Connétables in den Königsgräbern von Saint-Denis beisetzen ließ. Die Jakobinerkirche von Le Puy bewahrte seine Eingeweide auf; die Kirche der Dominikaner erhielt sein Herz.

Châteauneuf-de-Randon gehörte der Familie Polignac und wurde ihr wieder zurückgegeben. Doch zu Beginn des 15. Jahrhunderts (1426) nutzte ein Abenteurer namens André Ribes einen Erbfolgestreit innerhalb der Familie Polignac aus, um sich der Burg mit Gewalt zu bemächtigen. Er übertrug die Bewachung einer Abteilung jener Räuberbande, zu deren Anführer er sich aufgeschwungen hatte und mit deren Hilfe er die Seneschallate von Beaucaire und Toulouse ausraubte.

André Ribes legte sich den Titel des Bastards von Armagnac zu, obgleich er keinerlei Recht darauf besaß – zweifellos ermutigt durch den Schutz des Grafen von Armagnac, welcher seine kriminellen Unternehmungen begünstigte.

Später verbündete sich Claude-Armand von Polignac aus Rachsucht mit den Calvinisten und führte deren Truppen auf die Ländereien seiner eigenen Familie. Er war erbittert auf seinen Vater François-Armand, weil dieser ihn in den geistlichen Stand drängen wollte, um den Besitz dem jüngeren Louis zu hinterlassen, der aus einer anderen Ehe stammte. Claude-Armand bemächtigte sich des Ortes Châteauneuf-de-Randon, machte ihn zu seinem Waffenplatz und unternahm von dort aus Raubzüge, um die gesamte Umgebung zu verwüsten.

Bei den Landständen des Gévaudan, die 1605 in Mende abgehalten wurden, stritt der Graf von Polignac in seiner Eigenschaft als Baron von Randon mit dem Grafen von Apcher um den Vortritt. Als Letzterer den Vorzug erhielt, konnte Villefort – der Bruder des Grafen von Polignac und ein Mann von gewalttätigem Wesen – diese Schmach nicht ertragen. Unterstützt von ihm ergebenen Männern ermordete er Apcher mitten während der heiligen Messe in der Kirche von Mende. Er büßte für dieses Verbrechen und wurde in Toulouse enthauptet.
Die Burg Randon wurde unter der Herrschaft von Ludwig XIII. nach der Befriedung des Landes geschleift. Am Fuße des Berges, auf dem das Städtchen liegt, verläuft die Straße von Mende nach Le Puy-en-Velay. An dieser Straße, im Weiler L'Habitarelle, errichtete man im Jahr 1820 ein Denkmal für Du Guesclin – genau an jenem Ort, an dem sich mutmaßlich das Zelt befand, in dem er verstarb. von Victor Adolphe Malte-Brun, Werk aus dem Jahre 1882